Damit die Lieferkette nicht zum Labyrinth wird

Posted by Jan Hepke on Oct 15, 2018 11:23:45 AM

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Warum sich Start-ups und E-Commerce-Händler möglichst frühzeitig Gedanken zum Thema Logistik machen sollten und wann es sich lohnt, das Fulfillment auszulagern, lesen Sie hier.

 

Eine profitable Marktnische, herausragende Produkte und eine clevere Online-Vermarktung sind wichtige Wegmarken, um als Start-up oder E-Commerce-Händler ein erfolgreiches Geschäft aufzuziehen. Wer Güter produziert oder Waren umschlägt, kommt früher oder später aber nicht darum herum, gut durchdachte Logistikprozesse inklusive Lager- und Versandmanagement aufzubauen. Denn auch für die Lieferkette gilt: Sie ist lediglich so stark wie ihr schwächstes Glied.

 

Risiken eines schlechten E-Commerce Fulfillments 

 

Hakt es in der Logistik, kann dies für den Onlinehandel gravierende Folgen haben. Die Auslieferung der Ware ist der erste „reale“ Kontakt des Händlers mit dem Kunden nach dem Bestelleingang. Braucht die Bestellung aufgrund von Lieferengpässen oder fehlender personeller Packkapazitäten (zu) lange bis zur Versendung, ist das genauso verheerend, wie schlecht gepackte Sendungen, die den Kunden beschädigt erreichen. So können nicht nur zusätzliche Kosten entstehen. Viel problematischer ist die schlechte Außenwirkung. Im schlimmsten Fall gehen Kunden verloren – manchmal sogar, nachdem sie mit finanziell aufwendigen Marketingaktionen gewonnen wurden.

Ein effizientes Qualitätsmanagement ist in der Logistik auch für interne Prozesse elementar. Eine sachgemäße, professionelle Lagerhaltung sorgt für eine reibungslose Lieferkette und schützt empfindliche oder wertvolle Waren vor Beschädigung oder Verlust. Das schont gleichermaßen Nerven und Ressourcen.

Welche Bedeutung die Logistik im E-Commerce hat, zeigt sich auch beim Onlinegiganten Amazon. Das US-Unternehmen hat sich in den letzten Jahren allein in Deutschland ein Netzwerk aus 13 hochmodernen Logistikzentren und Megalagern aufgebaut, in denen mehr als 15.000 Mitarbeiter Waren kommissionieren, verpacken und Retouren bearbeiten. Um die Abhängigkeit von seinen Paketdienstleistern DHL, UPS, Hermes & Co. zu verringern, hat der Onlinegigant unter dem Label „Amazon Logistics“ sogar einen eigenen Lieferservice aufgezogen.

 

E-Commerce Fulfillment: selbst machen oder auslagern?

 

Das Beispiel Amazon zeigt, welch große Bedeutung der Logistik im Internethandel zukommt. Die Strategie des milliardenschweren Konzerns kann ein kleiner Online-Händler natürlich nicht kopieren. Sie zeigt aber eine Handlungsprämisse auf, nach der ein Start-up oder E-Commerce-Händler bei der Logistik vorgehen kann: Möglichst viel Verantwortung in den eigenen Händen behalten. Auf diese Weise bewahrt man mehr Kontrolle über einen zentralen Prozess seines Unternehmens. Ein Händler hat dadurch beispielsweise eine bessere Kontrolle darüber, wie Bestellungen an den Kunden rausgehen oder wertvolle Waren behandelt werden.

Die Alternative dazu, die beispielsweise auch Amazon für Verkäufer auf seiner Plattform anbietet, lautet: E-Commerce-Fulfillment-Outsourcing. Dies bedeutet, dass die Logistik oder Teile davon an ein externes Unternehmen ausgelagert werden. Von der Lagerhaltung über die Auftragsannahme, die Zusammenstellung der Sendungen und die Zahlungsabwicklung bis zur Bearbeitung von Retouren übernehmen Fulfillment-Dienstleister sämtliche logistische Prozesse. Der Vorteil: Der Händler kann sich voll auf sein Kerngeschäft konzentrieren, während der Dienstleister für eine professionelle Abwicklung der Logistik sorgt.

Grundsätzlich lohnt sich eine Auslagerung der Aktivitäten rund um den Versand nicht für jedes Unternehmen. Sinnvoll ist es vor allem für Händler, die:

  • über konstante Versandvolumina und Mindestumsätze verfügen,
  • fortwährend die logistischen Betriebskosten decken können,
  • an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen,
  • auf Wachstumskurs sind oder flexibel sein möchten
  • oder Peaks und Saisonalitäten abbilden müssen.

Ein eigenes Lager hingegen lohnt sich für Unternehmen, die:

  • neu am Markt sind und/oder nur über ein geringes Versandvolumen verfügen,
  • knapp kalkulieren und möglichst preisgünstig logistisch agieren müssen,
  • geringe Anforderungen an die logistische Flächenqualität erfüllen müssen,
  • oder ein schmales, homogenes Produktsortiment haben.

Welcher Weg für ein Unternehmen besser ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Es kommt auf den Einzelfall an: Parameter wie Produkte, Marktumfeld, Struktur und Standort der Firma müssen dabei berücksichtigt werden. Jedes Start-up und jeder Onlinehändler muss deshalb ihre individuelle Antwort finden. Dabei sollte es nicht nur um die Kosten gehen. Sie stellen bei jeder Entscheidung eines Unternehmens ein wichtiges Kriterium dar. Dennoch ist es fatal, die Logistik nur als einen Kostenfaktor anzusehen, der sich über nackte Zahlen definiert.

 

Mehr Flexibilität durch Outsourcing

 

Aus logistischer Perspektive lässt sich ein wesentliches Argument für das Outsourcing besonders hervorheben, das berücksichtigt werden sollte: Flexibilität.

Flexibilität spielt gerade für Start-ups und im E-Commerce eine wichtige Rolle. Denn Unternehmen, für die Wachstum und Nachfrageschwankungen zum Geschäftsmodell gehören, benötigen ein entsprechend variabel aufgebautes Versorgungswesen. Inhouse-Logistik ist jedoch ein eher starres System, das – auch wenn es gut funktioniert – oft nicht so einfach mitwachsen kann. Das gilt sowohl für das Personal als auch für das Lager. Sind die Grenzen erreicht, ist weiteres Wachstum oder die Bewältigung von Auftragsspitzen nicht ohne Weiteres möglich. Werden die Lager- und Versandaktivitäten an einen externen Dienstleister vergeben, können Händler flexibler reagieren.

 

Logistikdienstleister frühzeitig in E-Commerce-Konzept einbeziehen

 

Die allermeisten Lagerlogistiker bieten auch Fulfillment-Lösungen an. Dabei muss ein Onlinehändler nicht gleich das komplette Paket nehmen, sondern kann auch einzelne Leistungen outsourcen und sich auf diese Weise seine individuelle Lösung modular zusammenstellen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, den Dienstleister möglichst früh und tief in die Abläufe anderer Geschäftsbereiche zu integrieren. Das betrifft beispielsweise die Anbindung an vorhandene IT-Systeme oder eine nachhaltige Kundenkommunikation im Onlineshop, die zur Verbesserung des Retourenmanagements führt.

Wenn sich Unternehmen gegen ein Auslagern der Prozesse entscheiden, ist es sinnvoll, die Logistik von vornherein skalierbar zu konzipieren, um frühzeitig auf Schwankungen vorbereitet zu sein. Zusätzlichen Spielraum bietet etwa der Aufbau von Pufferlagern, die saisonal oder konjunkturbedingt logistische Schwankungen flexibel ausgleichen können.

Topics: Logistik, E-Commerce

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