Hypermobility: Darum sollten Lager digital mit der Lieferkette vernetzt werden!

Posted by Jörg Klöpper on Nov 22, 2018 5:17:19 PM

Vernetzung von Lagern und Logistikprozessen[4]

Stillstand in der Logistikbranche ist ein absolutes No-Go. Güter, Personen, Transportmittel, Finanzen und Daten sind ständig in Bewegung – auf der Straße, zu Wasser und in der Luft ebenso wie im Lager. Dabei beschleunigen sich Liefer- und Transportketten immer mehr. An dieser Stelle ist von Hypermobilität die Rede. Auf der Messe „Hypermotion“ in Frankfurt wurde in dieser Woche viel diskutiert, wie Hypermobilität die Logistik, den Verkehr und den Transport verändert. Ein gesamtheitlicher Ansatz, wie er zukünftig in Zeiten der Hypermobilität immer wichtiger sein wird. 

Die Basis der zunehmenden Beschleunigung von Liefer- und Transportketten bilden neue Technologien und veränderte Kundenanforderungen. Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Automatisierung ermöglichen eine schnellere Abwicklung von Logistikprozessen. Dies wird auch von den Konsumenten erwartet. Niemand möchte heute mehr tagelang auf eine Lieferung warten – weder privat, noch im Job. In diesem Zusammenhang kommt es auf effiziente Abläufe im Lager ebenso an wie auf verzögerungsfreie Transporte.

Komplexität im Lager steigt

Darüber hinaus wird die Logistik immer komplexer. Neben dem stationären Geschäft hat sich der Onlinevertriebsweg längst etabliert. Viele Händler verfolgen heute eine Omni-Channel-Strategie. Ein zeitgemäßes Lager muss daher den Anforderungen beider Vertriebswege gerecht werden, es müssen von dort aus also sowohl Geschäfte als auch Endkunden bedient werden. Zudem hält eine Individualisierung der Kundenwünsche Einzug, die zu einer Diversifizierung von Produkten und Dienstleistungen führt. Die Folgen sind eine höhere Anzahl verschiedener Artikel bei gleichzeitig kleineren Stückzahlen pro Artikel sowie umfangreichere Mehrwertdienstleistungen im Lager.

Das bedeutet, dass Prozesse im Lager nicht nur effizienter sein müssen. Gleichzeitig müssen Strukturen geschaffen werden, die auch komplexe Abläufe ermöglichen.

Anbindung von Lagern an vor- und nachgelagerte Prozesse steigert Effizienz und Effektivität

Die Lösung kann hier nur eine Vernetzung sein, und zwar nicht nur lagerintern, sondern über die gesamte Lieferkette hinweg. Um den Anforderungen in Zeiten der Hypermobilität gerecht zu werden, ist die digitale Anbindung eines Lagers an die vor- und nachgelagerten Logistikschritte Pflicht. Sie führt zu einer Integration aller am Logistikprozess beteiligten Akteure und damit zu einer nahtlos aufeinander abgestimmten Logistikkette. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Demokratisierung der Daten: Digitale Vernetzung führt zu einem durchgehenden Datenfluss. Im Idealfall sind Auftrags-, Produkt- und Kundendaten sowie Bestellstatus von allen am Logistikprozess beteiligten Akteuren jederzeit abrufbar. Es herrschen also eine absolute Prozesstransparenz und ein einheitlicher Kenntnisstand über gesamte Lieferkette hinweg. Ist ein Lager mit den Transportprozessen verknüpft, wissen die Beschäftigten beispielsweise genau, wann Lieferungen kommen, wann Produkte im Warenausgang bereit gestellt werden müssen oder in welchen Fahrzeugen noch Platz für zusätzliche Sendungen ist. Alle Beteiligten sind bestens über Änderungen im Ablauf informiert.
  • Synchronisation der Prozesssteuerung: Im zweiten Schritt ermöglicht der einheitliche Wissensstand, dass alle Akteure die Abläufe steuern können. Schließlich sind sie nicht nur informiert, sondern können die Daten auch nutzen, um ohne aufwendige Abstimmungen freie Kapazitäten zu nutzen oder notwendige Flächen bereitzustellen. Im Lager bedeutet dies zum Beispiel, schon vor dem Eintreffen eines vollen Lkw Gabelstapler für die Entladung bereitzustellen oder im Falle eines krankheitsbedingten Personalausfalls umgehend für Ersatz zu sorgen beziehungsweise anwesende Mitarbeiter anders einzuteilen.
  • Effektive Prozessoptimierung: Die verfügbaren Daten sind eine gute Grundlage, um Kundenbedürfnisse und Optimierungspotenzial hinsichtlich der logistischen Abläufe zu identifizieren. Wünschen sich Kunden individualisierte Verpackungen ihrer Onlinebestellungen, ist es sinnvoll, den Händlern entsprechende Value Added Services im Lager anzubieten.

Im Endeffekt läuft all dies darauf hinaus, dass Kundenanforderungen besser erfüllt werden.

Voraussetzung für die Vernetzung eines Lagers mit anderen Prozessen

Um auch Lager digital an das Netzwerk aller an der Lieferkette beteiligten Akteure anzubinden, müssen einige Voraussetzungen geschaffen werden:

  • Kooperationsbereitschaft: Lagerbetreiber, Transportdienstleister, Händler und Co. müssen bereit sein, zusammenzuarbeiten und Daten auszutauschen.
  • Datenanalyse: Die gewonnen Informationen sollten systematisch analysiert und aus den Ergebnissen Erkenntnisse zur Prozessoptimierung gezogen werden.
  • IT-Lösungen: Technische Lösungen für die Vernetzung müssen geschaffen werden. Dazu bedarf es Schnittstellen zur Verknüpfung unterschiedlicher ERP-, Shop-, Warehouse-, Transportmanagement- und Bezahlsysteme. Zudem sind für die Vorbereitung einer Big Data Analyse Lösungen zur strukturierten Ausgabe aller verfügbaren Daten notwendig. Die Oberflächen der IT-Lösungen sollten dabei nutzerfreundlich sein, damit die Einstiegshürden für die Arbeit so klein wie möglich sind.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht einer Vernetzung zwischen Lagern und der restlichen Logistik nichts mehr im Wege. Auf diese Weise optimiert die Digitalisierung nicht nur die internen Prozesse im Lager, sondern verbessert auch die Abläufe über alle Schritte der Lieferkette hinweg.

Topics: Logistik, Warehousing, Lager, Digitalisierung

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