Love it or leave it: Warum die Digitalisierung der Logistikbranche unausweichlich ist

Posted by Jörg Klöpper on Nov 5, 2018 3:56:03 PM

Jörg Klöpper, Geschäftsführer der ShareHouse GmbH & Co. KG, über die Digitalisierung in der Logistikbranche:

Die Digitalisierung verändert heute ganze Wirtschaftszweige. Technologische Durchbrüche wie künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge und datenbasierte Geschäftsmodelle durchdringen den Markt heute schneller als je zuvor und bringen neue Wettbewerber hervor. Das betrifft auch und gerade die Logistik als eines der ältesten und gleichzeitig wichtigsten Gewerbe der Welt. Ohne ein funktionierendes Transport- und Versorgungswesen gäbe es keine Globalisierung, wäre Deutschland keine führende Exportnation. Gerade aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung darf die Logistikbranche die Digitalisierung nicht verschlafen.

Doch in vielen Bereichen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Digitalisierung wird in der Logistik oftmals noch mit elektronischen Labels und Excel-Tabellen gleichgesetzt. Das große Potenzial des elektronischen Datenaustauschs (EDI) bleibt dabei häufig auf der Strecke. Das belegt auch die Bitkom-Studie zum Thema Digitalisierung in der Logistik aus dem vergangenen Jahr. 500 Unternehmen mit Logistikprozessen hatte der Verband befragt. Das Ergebnis: Viele von ihnen erkennen zwar das Potenzial der Digitalisierung, schaffen aber nicht den Sprung in die Praxis. Knapp dreiviertel aller Befragten sieht daher die Digitalisierung als große Herausforderung für ihr Unternehmen an.

Chancen der Digitalisierung für die Logistik wahrnehmen

Insbesondere zwei Dinge umfasst Digitalisierung in der Logistikbranche: die Optimierung von Prozessen und die Möglichkeit, innovative und gewinnbringende Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dabei gehören einige Grundprinzipien des Digitalen – wie das Denken in Prozessen und Netzwerken – zur ureigenen DNA des Versorgungswesens. Schließlich verschicken Unternehmen aus der Branche seit Jahrhunderten Waren über Knotenpunkte, müssen dabei flexibel sein und neue Lösungswege finden.

Die Digitalisierung bietet heute neue Möglichkeiten, die Informationsflüsse in logistischen Abläufen durch das Ineinandergreifen von Systemen effektiv zu automatisieren. Mit dem durchdachten Einsatz von künstlicher Intelligenz in Flotten- und Warehouse-Management-Systemen lassen sich die Abläufe auf der Straße  und im Lager stark vereinfachen. Stichworte sind hier Frachtbörsen, intelligente Streckenplanung, Wareneingang und -ausgang sowie Kommissionierung. Eine datenbasierte Organisation der Logistik schafft darüber hinaus eine rationale Grundlage für zukünftige Entscheidungen und verhilft dem Kunden zu mehr Transparenz beim Supply-Chain-Management.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Funktionsweise der digitalen Ökonomie zu verstehen. Digitalisierung bedeutet auch, nicht mehr alles besitzen und können zu müssen. Stattdessen können sich Betriebe auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Software fällt nicht zwangsläufig darunter, sie lässt sich mit Zuschnitt auf die eigenen Bedürfnisse besser dazu kaufen. Auf diese Weise können auch kleine und mittlere Unternehmen von der Digitalisierung profitieren und erhöhen zugleich ihre Attraktivität für junge, digital affine Mitarbeiter.

Der Markt gibt die Richtung vor

Da Logistik eine Dienstleistung ist, sind die Geschäftsmodelle stark abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung in den Bereichen Produktion und Handel. Beide befinden sich derzeit in einem massiven Umbruch. Stichworte sind hier zum Beispiel Onlinehandel und Industrie 4.0. Diese Entwicklungen wirken sich auch auf die Logistik aus: Kunden setzen zum einen in logistischen Prozessen immer mehr digitale Schnittstellen voraus. Zum anderen entwickeln sie neue Bedürfnisse, die das Anforderungsprofil an Dienstleistungen von Logistikunternehmen umkrempelt.

Insbesondere der Boom des Onlinehandels und die flexiblen Abläufe digital gesteuerter Produktionsprozesse haben zur Folge, dass zunehmend kleinere Mengen an Waren und Gütern angefordert und umgeschlagen werden müssen. Dadurch steigt einerseits das Transportaufkommen – das wird der breiten Öffentlichkeit spätestens wieder zu Weihnachten vor Augen geführt, wenn die Paketdienste auf Hochtouren laufen. Andererseits wächst damit der logistische Aufwand hinter den Kulissen. Das Kommissioniervolumen steigt in absehbarer Zeit auf ein Maß, das mit herkömmlichen Mitteln und Kapazitäten nicht oder nur schwierig zu bewältigen sein wird. Deshalb ist es notwendig, neue flexible Lösungswege aufzuzeigen, die sich digitale Techniken zunutze machen.

Ausblick: Blockchain in der Logistik

Wie weitgehend die Möglichkeiten sind, die die Digitalisierung für die Logistik beinhaltet, zeigt das Beispiel Blockchain. Dabei handelt es sich um eine Art dezentrale Datenbank, in der Informationen in kleinen verschlüsselten und komprimierten Einheiten ("Blocks") gespeichert werden. Das Besondere dieses Prinzips besteht darin, dass es keinen zentralen Ort wie etwa eine Datenbank gibt, an dem die Informationen bereitliegen. Vielmehr sind sie auf diverse Speicherorte in einem Netzwerk verteilt. Die Technologie dahinter stellt sicher, dass die Daten im Netzwerk an allen Orten identisch sind. Das führt zu einer extrem hohen Sicherheit der hinterlegten Informationen, die praktisch nicht manipulierbar sind.

Bekannt wurde das Verfahren mit der virtuellen Währung Bitcoin, die ganz ohne Banken als zentralisierte Kontrollstelle auskommt. Blockchain bietet jedoch auch für die Logistik enormes Potenzial. Die sichere, dezentrale Speicherung von Dokumenten und Transaktionen ermöglicht einen vertrauenswürdigen und transparenten Datenaustausch über die gesamte Lieferketten hinweg. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Auftragspapiere von mehreren Beteiligten digital signieren oder Frachtgüter weltweit sicher authentifizieren. Erste Pilotprojekte wie "Hansebloc" setzen Blockchain bereits in die Praxis um.

Bei ShareHouse werden wir unser Angebot in Zukunft um Zusatzservices wie die automatisierte Ausgabe von Kennzahlen, digitale Dokumentenverwaltung oder Sendungsverfolgung ergänzen. In diesem Rahmen leuchten wir auch den möglichen Mehrwert der Blockchain-Technologie für unsere Kunden aus. Wir sind davon überzeugt, dass disruptive Technologien in den kommenden Jahren den Markt der Logistik komplett umkrempeln werden. Dafür sollten wir Logistiker gerüstet sein und in digitalen Lösungen denken. Denn wenn es eine Branche gibt, die weiß, wie man "liefert", sind wir das.

  

Topics: ShareHouse, Digitalisierung

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