Welche Güter in welchem Lager am besten aufgehoben sind

Posted by Jan Hepke on Mar 21, 2019 7:33:00 AM

 

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Frei-, Flach-, Etagenlager oder ganz was anderes? Bei der Auswahl eines passenden Lagers ist während der Planung eine Menge zu beachten. Denn die Waren müssen so aufbewahrt werden, dass sie einfach zu handhaben und schnell auffindbar sind, damit sie bei Bedarf zügig versendet werden können. Darüber hinaus gibt es noch weitere Anforderungen, die für eine effiziente Lagerhaltung erfüllt werden müssen. Hier verraten wir, welche Lagerarten und -systeme es gibt und wofür sie sich am besten eignen.

Um eine professionelle Lagerhaltung zu gewährleisten, müssen prinzipiell die Grundanforderungen Sauberkeit, Geräumigkeit und sachgerechte Lagerung berücksichtig werden. Saubere Arbeitsräume, Transportwege, Lagereinrichtungen, Waren, Werkzeuge, Transportmittel und auch Mitarbeiter vermindern nicht nur die Verletzungs- und Unfallgefahr, sondern wirken sich auch positiv auf die Kunden aus. Ausreichend Platz fördert das effektive Arbeiten im Lager. Außerdem gilt es bei der Warenlagerung, deren Beschaffenheit im Blick zu behalten und die Produkte gegebenenfalls zu kühlen sowie vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen. Kleinteile sollten beispielsweise zwecks leichterer Entnahme in Lagersichtkästen gelagert werden. Für eine sachgerechte Einlagerung ist der Einsatz von technischen Hilfsmitteln empfehlenswert.

Grundsatzentscheidungen zur Lagerhaltung

Bevor die passende Lagerart und das passende System festgelegt werden, muss zunächst der Zweck des Lagers genauer definiert werden. Soll es als Wareneingangs-, Puffer-, Kommissionier- oder Versandlager dienen? Außerdem werden je nach Branche unterschiedliche Typen benötigt. Bei Fertigungsbetrieben kommen beispielsweise RHB (Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe)-, Werkzeug-, Ersatzteil, Fertigwaren oder Konsignationslager zum Einsatz. Speditionen setzen überwiegend auf Umschlag-, Auslieferungs- oder Zoll(Frei)-Lager. Handelsbetriebe hingegen benötigen zumeist Verkaufs- oder Reservelager.

Anschließend wird basierend auf den Transportmöglichkeiten zwischen Lagerort und Verbrauchsstelle der Standort bestimmt. Hier fällt die Wahl zwischen Zentral- und dezentralem Lager. Von einem Zentrallager wird gesprochen, wenn ein Unternehmen lediglich ein Lager für die Distribution all seiner Güter verwendet. Betriebe mit mehreren Produktionsstätten betreiben hingegen häufig dezentrale Lager direkt an den Produktionsstandorten, um die Transportwege zu verkürzen. Ein Nachteil hierbei ist, dass in Summe mehr Lagerfläche als bei einem Zentrallager benötigt wird.

Lagerarten im Überblick

Nach Festlegung der Grundparameter wird je nach Beschaffenheit der Ware die Bauform ausgewählt. Diese unterschiedlichen Lager-Organisationen gibt es:

  • Freilager eignen sich für Waren, denen Feuchtigkeits- und Temperaturunterschiede nichts ausmachen. Da ausschließlich Grundstückskosten anfallen, sind sie vergleichsweise sehr günstig. Allerdings kann Diebstahl eine Gefahr darstellen, wenn der Lagerplatz nicht ausreichend gesichert wird. Häufig werden auch Zolllager als Freilager betrieben.
  • Flachlager sind bis zu sieben Meter hohe Gebäude, in denen Blocklagerung oder Regallagerung möglich ist. Grundsätzlich können hier fast alle Waren untergebracht werden. Außerdem eignet es sich hervorragend für sperrige oder spezielle Güter, welche sich schwer in der Höhe lagern lassen.
  • Etagenlager können auf kleinen Grundstücken die Lagerfläche deutlich erhöhen. Daher werden sie häufig genutzt, wenn beispielsweise das vorhandene Lager zu klein wird. Im Prinzip sind es mehrere Flachlager übereinander auf verschiedenen Stockwerken. Die einzelnen Etagen müssen durch Aufzüge oder Treppen erreichbar gemacht werden. Da die logistischen Prozesse nicht auf einer Ebene stattfinden, sind die Abläufe komplexer.
  • Hochregallager haben eine Höhe zwischen 12 und 50 Metern, wobei ein Regal bis zu 120 Meter lang sein kann. Die Bauweise hat den Vorteil, dass jeder Quadratmeter vielfach genutzt werden kann. Allerdings sind die Anschaffungskosten auch sehr hoch. Zudem erfordert die anspruchsvolle Organisation in jedem Fall eine Lagerverwaltungssoftware. Denn eine manuelle Zuweisung von Lagerplätzen ist in dieser Größenordnung ineffektiv und zu fehleranfällig.
  • Silolager sind häufig in der Landwirtschaft für die Lagerung von Getreide oder anderen rieselfähigen Gütern im Einsatz. Befüllt werden sie meist mithilfe von Förderbändern oder Pumpvorrichtungen von oben. Die Entnahme erfolgt meist durch eine Auslassöffnung am Boden.
  • Traglufthallenlager verfügen über eine luftundurchlässige Außenhülle und werden beispielsweise als mobile Lager für Baustellen eingesetzt, um für eine schnellere Versorgung mit Nachschub zu sorgen. Ausgestattet sind sie überwiegend mit Regalen für kleinere und mittelgroße Waren wie Fachbodenregale, Palettenregale und Weitspannregale.
  • Tanklager stellen eine besondere Lagerarten-Form dar. Sie eignen sich für die Aufbewahrung von Schüttgütern, Flüssigkeiten oder Gasen und können bei bis zu 50 Metern Höhe Nutzinhalte bis zu 2.000 Kubikmetern speichern. Häufig handelt es sich dabei um gefährliche Güter, sodass viele Vorschriften bezüglich der Sicherheit zu beachten sind.

Topics: Lager, Lagerflächen

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